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Eine Frage bekomme ich in Workshops, in Nachrichten und an der Kaffeemaschine so regelmäßig, dass ich sie inzwischen fast mitsprechen kann: „Reinhard, welche Fujifilm soll ich mir kaufen?“ Meistens kommt sie mit einem Screenshot, auf dem drei Modelle nebeneinander stehen, und dem Satz „die schauen alle gleich aus“. Ganz falsch ist das nicht. Fujifilm baut viele Kameras, die sich innen ähnlicher sind, als die Gehäuse vermuten lassen.
Ich fotografiere seit vielen Jahren mit Fujifilm. Wenn ich in die Metadaten meines Bildarchivs schaue, stehen da X-T1, X-T2, X-T3, X-T4, X-T5, X-H1, X-Pro2, X100VI und die GFX 100. Heute arbeite ich vor allem mit der X-H2S, wenn es schnell gehen muss oder gefilmt wird, und mit der X100VI als Kamera, die immer dabei ist. Ich habe also viele dieser Gehäuse in der Hand gehabt, und ich weiß, wie verlockend es ist, einfach das teuerste Modell zu nehmen. Genau das musst du nicht.
Die ehrliche Kurzantwort vorweg: Die beste Fujifilm ist nicht die mit den meisten Megapixeln, sondern die, die du gern mitnimmst. Eine Kamera, die zu Hause liegt, weil sie zu schwer ist, macht keine Bilder. Im Folgenden zeige ich dir, wie du die aktuelle X-Serie sortierst, auf welche vier Fragen es wirklich ankommt und welche Kamera ich wem empfehlen würde.
Im Workshop: Einstellungen direkt an der Kamera erklären
Die aktuelle X-Serie auf einen Blick
Auf der Fujifilm-Website stehen im Oktober 2026 diese Kameras der X-Serie: X-H2S, X-H2, X-Pro3, X-T5, X-S20, X-T50, X-T30 III, X-E5, X-M5, X100VI und die X half. Daneben gibt es die GFX-Mittelformat-Kameras, die ich hier bewusst weglasse, weil sie eine eigene Liga sind.
Viel einfacher wird die Sache, wenn du weißt, dass im Inneren im Wesentlichen zwei Sensoren arbeiten. Der eine hat rund 26 Megapixel (X-M5, X-T30 III, X-S20 und als besonders schnelle, gestapelte Variante die X-H2S). Der andere hat rund 40 Megapixel (X-E5, X-T50, X-T5, X-H2 und X100VI). Die Bildqualität ist bei beiden auf einem Niveau, bei dem sich die Frage „reicht das?“ für die allermeisten Menschen nicht mehr stellt. Die Unterschiede liegen woanders: im Sucher, im Stabilisator, in der Bedienung und im Gewicht.
| Modell | Sensor | Stabilisator | Sucher | Gewicht* | Passt zu |
|---|---|---|---|---|---|
| X-M5 | 26 MP | nein | nein | ca. 355 g | Einstieg, Social Media, Reise |
| X-T30 III | 26 MP | nein | ja | ca. 378 g | Einstieg mit klassischen Rädern |
| X-T50 | 40 MP | ja | ja | ca. 438 g | kompakt mit Reserven |
| X-E5 | 40 MP | ja | ja, links außen | ca. 445 g | Street und Reise |
| X-S20 | 26 MP | ja | ja | ca. 491 g | Foto und Video |
| X-T5 | 40 MP | ja | ja | ca. 557 g | Porträt, Hochzeit, Landschaft |
| X-H2S | 26 MP, gestapelt | ja | ja | ca. 660 g | Action, Reportage, Video |
| X100VI | 40 MP, festes 23 mm F2 | ja | Hybridsucher | ca. 521 g | immer dabei, Street |
* Herstellerangaben, mit Akku und Speicherkarte, ohne Objektiv (X100VI mit fest verbautem Objektiv). Stand: 21. Oktober 2026.
Vier Fragen, bevor du kaufst
1. Sucher oder nur Display?
Wenn du bisher mit dem Handy fotografierst, kommt dir ein Display ganz normal vor. Spätestens in der Mittagssonne oder bei einem Porträt, bei dem du dich konzentrieren willst, wirst du einen Sucher aber zu schätzen lernen. Die X-M5 ist die einzige aktuelle Wechselobjektiv-Kamera ohne Sucher. Alle anderen haben einen.
2. Brauchst du einen Bildstabilisator im Gehäuse?
Ein Stabilisator im Gehäuse (IBIS) hilft dir bei langen Belichtungszeiten aus der Hand und bei Festbrennweiten, die selbst keinen Stabilisator haben. Die X-M5 und die X-T30 III haben keinen, X-T50, X-E5, X-S20, X-T5, X-H2, X-H2S und X100VI haben einen. Wer viel bei wenig Licht unterwegs ist oder filmt, sollte darauf achten.
3. Räder oder Menü?
Das ist die Frage, die am meisten über deine Freude an der Kamera entscheidet. Die X-T5 hat klassische Einstellräder für Verschlusszeit, ISO und Belichtungskorrektur. Du siehst die Einstellung, ohne die Kamera einzuschalten. Die X-S20 dagegen hat einen Modus-Wahlschalter wie die meisten anderen Hersteller. Beides ist richtig, aber nur eines davon passt zu dir. Nimm beide Varianten, wenn irgendwie möglich, einmal im Fachhandel in die Hand.
Fujifilm X-T2 im Workshop: Räder oben, Bildkontrolle hinten
4. Foto, Video oder beides?
Wenn du überwiegend fotografierst, ist fast jede aktuelle Fujifilm eine sichere Wahl. Wenn Video eine große Rolle spielt, achte auf Ausdauer, Stabilisator und ein schwenkbares Display. Dafür gibt es eigene Modelle, und genau dort trennt sich die Serie am deutlichsten.
Und eine fünfte Frage gehört für mich immer dazu, auch wenn sie keiner gern hört: Wie viel bleibt nach der Kamera für ein gutes Objektiv übrig? Ein mittleres Gehäuse mit einer guten Festbrennweite macht dir in aller Regel mehr Freude als das Top-Modell mit dem einfachsten Kit-Zoom.
Meine Empfehlungen: welche Fujifilm für wen?
Fujifilm X-M5: leichter Einstieg für Fotos und Social Media
Die X-M5 ist die kleinste und leichteste Wechselobjektiv-Kamera der aktuellen Serie, mit rund 355 Gramm samt Akku und Karte. Sie hat den 26-Megapixel-Sensor, ein voll schwenkbares Display und filmt bis 6,2K. Für alle, die vom Handy kommen und vor allem für Instagram, Reisen und Familie fotografieren, ist das ein sehr ehrlicher Einstieg.
Einschränkung: kein Sucher und kein Stabilisator im Gehäuse. Wer schon weiß, dass er ernsthaft einsteigen will, ist mit einer Kamera mit Sucher auf Dauer glücklicher.
Fujifilm X-M5 (Gehäuse)
Leichte Einsteigerkamera mit 26 MP, Klappdisplay und 6,2K-Video, ohne Sucher.
Fujifilm X-T30 III: klassische Räder im kleinen Körper
Die X-T30 III ist für mich die günstigste Art, das typische Fujifilm-Gefühl zu bekommen: Einstellräder oben, ein Sucher in der Mitte, ein Filmsimulations-Rad links, und das alles bei rund 378 Gramm. Innen arbeitet der 26-Megapixel-Sensor mit dem aktuellen X-Prozessor 5. Für Einsteiger, die lernen wollen, wie Belichtung wirklich funktioniert, ist sie ideal.
Einschränkung: kein Stabilisator im Gehäuse, und das Display klappt nur nach oben und unten. Für Selfie-Videos ist sie nicht gebaut.
Fujifilm X-T30 III (Gehäuse)
Kompakte Kamera mit Sucher, Einstellrädern und Filmsimulations-Rad, ideal zum Lernen.
Fujifilm X-T50: 40 Megapixel und Stabilisator, trotzdem kompakt
Die X-T50 steckt den großen 40-Megapixel-Sensor und einen Stabilisator im Gehäuse in einen Körper, der kaum größer ist als die X-T30 III. Dazu kommt ein eigenes Rad für die Filmsimulationen. Wenn du gern croppst, große Abzüge machst oder einfach Reserven willst, ohne viel Gewicht zu schleppen, ist sie ein sehr guter Mittelweg.
Einschränkung: Der Griff ist klein, bei schweren Objektiven wird es unbequem. Bei Amazon ist das Gehäuse allein zurzeit schwer zu bekommen, deshalb verlinke ich dort das Set mit dem 15-45-mm-Zoom.
Fujifilm X-T50 (bei Amazon im Set mit XC 15-45 mm)
Kompakte 40-MP-Kamera mit Stabilisator und Filmsimulations-Rad.
Fujifilm X-E5: der Messsucher-Stil für Street und Reise
Die X-E5 ist flach, hat den Sucher links außen wie eine klassische Messsucherkamera und kombiniert das mit 40 Megapixeln und Stabilisator. Mit dem kleinen XF 23 mm F2,8 ist sie die Wechselobjektiv-Antwort auf die X100VI: unauffällig in der Stadt, leicht im Rucksack, aber mit der Freiheit, später ein anderes Objektiv anzusetzen.
Einschränkung: Für lange Videoaufnahmen ist sie nicht gemacht, und ohne großen Griff passt sie besser zu kleinen Festbrennweiten als zu großen Zooms. Bei Amazon verlinke ich das Set mit dem XF 23 mm, das Gehäuse allein ist dort im Moment kaum lieferbar.
Fujifilm X-E5 (bei Amazon im Set mit XF 23 mm F2,8)
Flache 40-MP-Kamera im Messsucher-Stil mit Stabilisator, ideal für Street und Reise.
Fujifilm X-S20: die Hybrid-Kamera mit Griff und Ausdauer
Wenn du gleichermaßen fotografierst und filmst, ist die X-S20 die vernünftigste Fujifilm. Sie hat einen richtigen Griff, einen großen Akku, Stabilisator, ein voll schwenkbares Display und filmt bis 6,2K. Bedient wird sie über ein Moduswahlrad, was vielen Umsteigern von anderen Marken entgegenkommt.
Einschränkung: Wer gerade wegen der klassischen Einstellräder zu Fujifilm will, wird mit ihr nicht ganz glücklich. Und sie hat den 26-Megapixel-Sensor, nicht den 40er.
Fujifilm X-S20 (Gehäuse)
Hybrid-Kamera mit Griff, großem Akku, Stabilisator und Klappdisplay für Foto und Video.
Fujifilm X-T5: der Allrounder für Porträt, Hochzeit und Landschaft
Wenn mich jemand fragt, welche Fujifilm er kaufen soll, um damit wirklich ernsthaft zu fotografieren, ist die Antwort oft die X-T5. 40 Megapixel, Stabilisator, alle klassischen Räder, ein in drei Richtungen klappbares Display und ein wetterfestes Gehäuse. In meinem Archiv sind viele Porträts und Hochzeitsbilder mit der X-T5 entstanden, die Porträts sehr oft zusammen mit dem XF 50 mm F1,0.
Fujifilm X-T5 mit XF 50 mm F1,0, offenblendig
Einschränkung: Sie ist eine Fotokamera. Filmen kann sie gut, aber wer viel Video macht, ist mit X-S20 oder X-H2S besser bedient. Und mit rund 557 Gramm ist sie spürbar schwerer als die kleinen Modelle.
Fujifilm X-T5 (Gehäuse)
Allrounder für Fotografen mit 40 MP, Stabilisator, Einstellrädern und wetterfestem Gehäuse.
Fujifilm X-H2S: wenn es schnell gehen muss (meine Kamera)
Die X-H2S ist meine Kamera für Film, Fernsehen und alles, was sich schnell bewegt. Ihr gestapelter 26-Megapixel-Sensor liest sehr schnell aus, mit dem elektronischen Verschluss schafft sie bis zu 40 Bilder pro Sekunde, und sie ist für lange Video-Drehs gebaut. Für Sport, Action, Hochzeitsreportage und Video ist sie das Werkzeug, das am wenigsten im Weg steht.
Einschränkung: Sie ist groß, schwer und für reine Landschafts- oder Studiofotografie überdimensioniert. Wer statt Geschwindigkeit maximale Auflösung braucht, schaut sich die X-H2* mit 40 Megapixeln und 8K-Video an. Die X-H2S selbst ist bei Amazon gerade nur über Drittanbieter zu haben, deshalb lohnt sich hier der Blick zu Fotokoch.
Fujifilm X-H2S (Gehäuse)
Schnellste Fujifilm der X-Serie für Action, Reportage und Video, meine Arbeitskamera.
Fujifilm X100VI: die Immer-dabei-Kamera
Die X100VI ist keine Wechselobjektiv-Kamera, und genau das ist ihre Stärke. Ein fest verbautes 23-mm-Objektiv mit Blende 2, der 40-Megapixel-Sensor, Stabilisator und der Hybridsucher, der zwischen optisch und elektronisch umschaltet. Sie ist bei mir die Kamera, die immer dabei ist, und viele meiner Street-Bilder der letzten Zeit sind damit entstanden, auch das Bild vom Straßenmusiker hier.
Fujifilm X100VI, 23 mm bei f/2
Einschränkung: Eine Brennweite, Punkt. Wer Porträts mit Tele oder Tiere aus der Ferne fotografieren will, braucht zusätzlich etwas anderes. Und sie ist sehr gefragt, die Lieferbarkeit schwankt immer wieder.
Fujifilm X100VI
Kompaktkamera mit 23 mm F2, 40 MP und Hybridsucher, meine Immer-dabei-Kamera.
Mehr aus meinem Archiv, jeweils mit der Kamera, mit der die Bilder entstanden sind: X100VI in der Stadt, X-T5 bei der Hochzeit, X-T4 in der Landschaft.
Und das Objektiv?
Ich sage es gern so: Die Kamera entscheidet, wie angenehm du fotografierst. Das Objektiv entscheidet, wie deine Bilder aussehen. Fast alle hier genannten Kameras nutzen das X-Bajonett, du kannst also jedes Fujinon-XF- oder XC-Objektiv an jeder dieser Kameras verwenden und später das Gehäuse wechseln, ohne deine Objektive zu verkaufen. Ausnahmen sind die X100VI und die X half mit fest verbautem Objektiv.
Welche Objektive ich tatsächlich jeden Tag drauf habe, vom XF 35 mm F1,4 bis zum XF 50 mm F1,0, steht auf meiner Equipmentseite. Dort findest du auch die Kameras, die ich inzwischen nicht mehr benutze, und warum.
Häufige Fragen
Reichen 26 Megapixel?
Ja. Für Social Media, Fotobücher und Drucke bis zu großen Formaten reichen 26 Megapixel locker. Die 40 Megapixel spielen ihre Stärke aus, wenn du stark beschneidest, sehr große Drucke machst oder Landschaften mit vielen feinen Details fotografierst.
Soll ich auf die X-T6 warten?
Über eine X-T6 wird seit Monaten spekuliert, offiziell vorgestellt ist sie mit Stand 21. Oktober 2026 nicht. Wer jetzt fotografieren will, sollte jetzt kaufen. Eine Kamera, die du heute benutzt, bringt dir mehr als eine, die vielleicht irgendwann kommt.
Brauche ich als Einsteiger einen Sucher?
Nicht zwingend, aber ich empfehle ihn. Mit dem Auge am Sucher hältst du die Kamera ruhiger, siehst auch in der Sonne alles und konzentrierst dich mehr auf das Bild. Wenn du nur fürs Handy-Display umsteigst, ist die X-M5 trotzdem eine gute Wahl.
Passen meine alten Fujinon-Objektive an die neuen Kameras?
Ja. Alle Wechselobjektiv-Kameras der X-Serie nutzen das X-Bajonett. Ein XF 35 mm F1,4, das 2012 auf einer X-Pro1 saß, funktioniert auch an einer X-T5 oder X-H2S.
Lohnt sich eine gebrauchte Fujifilm?
Oft ja. Ältere Modelle wie die X-T4 oder die X-S10 sind gebraucht häufig ein sehr guter Einstieg, und für die meisten Motive reicht ihre Bildqualität locker. In meinem Archiv stecken viele Bilder, die mit X-T2, X-T3 und X-T4 entstanden sind, die Winterlandschaft in der Galerie oben zum Beispiel mit der X-T4. Achte beim Gebrauchtkauf auf Bajonett, Sensor und Akkuzustand, frag nach der Zahl der Auslösungen und kauf am besten bei einem Händler mit Rückgaberecht.
Mein Fazit
Wenn du dich nicht entscheiden kannst, hier meine Faustregel: Willst du lernen und die Räder spüren, nimm die X-T30 III oder die X-T50. Willst du ernsthaft fotografieren, ohne Kompromisse, nimm die X-T5. Filmst du viel, nimm die X-S20. Muss es schnell sein, die X-H2S. Und wenn du einfach eine Kamera willst, die du jeden Tag einsteckst, gibt es keine schönere als die X100VI.
Wenn du noch unsicher bist, schreib mir deine Frage unten in die Kommentare. Und wenn du die nächsten Beiträge dieser Serie nicht verpassen willst, trag dich in meinen Newsletter ein.
* Affiliate-Link. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Auch bei Fotokoch bekomme ich für Käufe über meine Links eine kleine Provision. Ich arbeite mit Fujifilm zusammen. Die Empfehlungen in diesem Beitrag sind trotzdem meine eigene Einschätzung. Stand der Modellübersicht: 21. Oktober 2026.
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