Es gibt eine Frage, die mir in jedem Workshop gestellt wird, noch bevor der erste Kaffee durch ist. Nicht „Wie belichte ich gegen die Sonne?“, nicht „Welche Blende für Porträts?“, sondern: „Reinhard, mit welcher Kamera fotografierst du eigentlich?“ Kaum habe ich geantwortet, kommt die zweite Frage hinterher wie ein Hund, der den Ball zurückbringt: „Welches Objektiv? Welches Licht? Wo kaufst du das?“
Jahrelang habe ich dann auf eine Seite verwiesen, die ich 2023 einmal gebaut habe. Gepflegt habe ich sie danach ungefähr so liebevoll wie die Yucca-Palme im Büro. Kameras drauf, die ich längst verkauft hatte. Links, die ins Leere liefen. Keine einzige Drohne, obwohl inzwischen drei davon im Schrank liegen. Das ist jetzt vorbei. Die Equipmentseite ist neu, dieser Beitrag erklärt dir, was drauf ist, was absichtlich fehlt, warum daraus eine ganze Serie wird.
Was ich wirklich benutze, und was im Schrank verstaubt
Die neue Seite hat eine simple Regel: Alles, was ich aktuell einsetze, ist als Im Einsatz markiert. Alles, was ich nicht mehr nutze, bleibt trotzdem sichtbar, als Out of Order, mit dem Grund und dem Nachfolger. Warum ich die alten Sachen nicht einfach lösche? Weil die ehrlichste Kaufberatung oft die ist, die erzählt, warum etwas weg musste. Die X-T4 war lange mein Arbeitstier. Heute macht die X-H2S das, was sie gemacht hat, nur schneller, und die X-T5 das, was sie nie konnte. Das steht jetzt so drauf. Kein Gerät wird schöngeredet, nur weil es einmal teuer war.
Dazu kommt eine Zahl, die ich beim Zusammenstellen selbst erst begriffen habe: 93 Produkte in fünf Kategorien, 29 davon im täglichen Einsatz. Der Rest ist Geschichte, Reserve oder ein Fehlkauf, zu dem ich stehe.
Drohnen, Taschen-Kameras und ein Grafikkarten-Geständnis
Neu auf der Seite sind alle Dinge, nach denen ihr in den letzten zwei Jahren am häufigsten gefragt habt. Die Drohnen: DJI Mini 5 Pro für alles unter 250 Gramm, die Flip, wenn es schnell gehen muss, und die Mavic Air 2, die immer noch fliegt, auch wenn DJI sie längst für tot erklärt hat. Die Osmo Pocket 3 und die neue Pocket 4P, die inzwischen mehr Social-Media-Clips drehen als meine „richtigen“ Kameras. Die Funkstrecken, der Gimbal, der Videosender fürs Set. Dazu der Rechner, inklusive der Grafikkarte, die ich mir mit dem Argument „die brauche ich für Lightroom“ gekauft habe. Das Argument stimmt sogar. Ungefähr zu sechzig Prozent.
Ebenfalls neu: eine kleine Sektion mit den KI-Werkzeugen, mit denen ich inzwischen Texte, Angebote und meine halbe Verwaltung erledige. Da verdiene ich nichts dran, die gehören aber so sehr zu meiner täglichen Ausrüstung wie die Speicherkarte. Wer wissen will, wie ich sie konkret einsetze, findet die Gratis-Guides gleich daneben verlinkt.
Making-ofs aus Workshops und Shootings der letzten Jahre. Was da jeweils in der Hand und auf dem Stativ ist, steht jetzt auf der Equipmentseite.
Kurz zur Ehrlichkeit: Ja, da sind Partnerlinks drauf
Ich sage es lieber selbst, bevor es jemand in den Kommentaren tut: Die Links auf der Seite führen zu Amazon und zu Fotokoch, und wenn du darüber kaufst, bekomme ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts. Ich bin Fujifilm X-Photographer und arbeite mit Fujifilm, Rollei, Adobe, Logitech, Datacolor und Wacom zusammen, auch das steht groß auf der Seite. Trotzdem gilt: Empfohlen wird nur, was ich selbst benutze oder benutzt habe. Wenn ein Gerät nichts taugt, steht das dort. Die Provision ist der Grund, warum ich mir die Zeit für diese Seite nehmen kann, nicht der Grund, warum etwas drauf ist.
Warum die Seite erst der Anfang ist
Eine Liste beantwortet die Frage „Was hast du?“. Sie beantwortet nicht die Frage „Wie ist das nach drei Jahren wirklich?“. Dafür reicht eine Produktkarte nicht, dafür braucht es Geschichten vom Set, mit Regen, mit Kälte, mit dem Akku, der im falschen Moment leer war. Deshalb starte ich ab jetzt eine Serie: alle zwei Wochen ein Beitrag zu einem Teil meiner Ausrüstung, so, wie ich es euch auch im Workshop erzählen würde. Ohne Datenblatt-Abschreiben, dafür mit dem, was im Datenblatt nie steht.
Den Anfang macht die Fujifilm X-H2S, meine Kamera für Film, Fernsehen und alles, was sich schnell bewegt. Danach kommen die Drohnen, dann das Licht (Rollei LUX 100 und HS Freeze Q1), dann die Objektive, die ich wirklich jeden Tag drauf habe, dann der Rechner-Arbeitsplatz und zum Schluss der Ton, von der kleinen DJI-Funkstrecke bis zum Mischpult. Wenn du ein Gerät zuerst lesen willst, schreib es mir unten in die Kommentare. Die Reihenfolge ist nicht in Stein gemeißelt, nur in meinem Kalender.
Weil ich weiß, dass die Hälfte von euch jetzt sofort scrollen will: hier ist die Seite. Schau rein, klick dich durch die Kategorien, und wenn dir etwas fehlt, das du bei mir schon einmal in der Hand gesehen hast, sag Bescheid. Vermutlich liegt es einfach noch im Schrank.
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